Ein möglicher Tour-de-France-Start in Ostdeutschland sollte aus Sicht von Tour-Chef Christian Prudhomme nicht ohne Berlin stattfinden. Im Interview der «Sportschau» wies er darauf hin, dass die Bewerbung auch mit dem politischen Signal der Wiedervereinigung verbunden sei.

«Für mich als Franzosen und für viele andere Europäer hängt dieses Ereignis vor allem mit dem Fall der Mauer im November 1989 zusammen. Das wäre für mich ein sehr starkes Signal: Berlin 2029 und der Fall der Mauer 1989», sagte Prudhomme. Die deutschen Organisatoren hatten das Jahr 2030 bevorzugt, da es mit Tschechien und Slowenien bereits starke Bewerber für 2029 gibt.

Erinnerung an Tour-Start in Berlin 1987

Mit Berlin neben Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hätte die deutsche Bewerbung wohl größere Chancen. «Sagen wir mal so: Wenn sich Berlin der Kandidatur anschlösse, würde das nicht schaden. Zumal die Tour de France einen großen Bezug zu Berlin hat. Denn Berlin hat 1987, zwei Jahre vor dem Fall der Mauer, schon einmal den Grand Départ ausgerichtet», sagte der Tour-Chef.

Prudhomme steht der deutschen Bewerbung generell sehr aufgeschlossen gegenüber, vor allem auch wegen der Verbundenheit zwischen Deutschland und Frankreich. «Diese deutsch-französische Freundschaft ist für mich weiterhin der Motor Europas. Insofern ist eine deutsche Kandidatur eine, die wir sehr genau zur Kenntnis nehmen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die ASO bereits Rennen in Deutschland ausrichtet: die Deutschland-Tour, das Rennen in Frankfurt am 1. Mai und das in Hamburg Mitte August.» Der Veranstalter ASO organisiert auch die Tour de France.