Am Ende weinte Nika Prevc wie schon vor wenigen Tagen bittere Tränen in den Armen ihres Vaters Dare. Für die große Favoritin aus Slowenien enden die Skisprung-Einzelwettbewerbe bei den Olympischen Spielen ohne die so ersehnte Goldmedaille. Am Sonntag beim Springen von der Großschanzen kam Prevc nur auf Rang drei. Zuvor hatte sie Silber von der Normalschanze geholt. In beiden Springen musste die 20-Jährige überraschend der Norwegerin Anna Odine Stroem zum Sieg gratulieren.
Zwar gab es im Mixed-Wettbewerb unter anderem an der Seite ihres Bruders Domen Prevc Gold. Den großen Traum vom Einzelgold erfüllte sich die Slowenin, die in dieser Saison bereits 13 Weltcupsiege gefeiert hatte, aber nicht – und das hinterließ Wirkung.
Prevc: «Ich muss stolz auf diese Medaille sein»
«Diese Erfahrungen und Ergebnisse werden mir helfen, mehr Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe zu gewinnen», erklärte sie. «Ich muss stolz auf diese Medaille sein, denn mein letzter Sprung zeigt, dass ich in der Lage bin, all den Stress und alles, was mir widerfährt, zu bewältigen», erklärte sie. Tatsächlich hatte Prevc erst mit einem weiten Satz im zweiten Durchgang überhaupt noch eine Medaille geholt.
An der Unterstützung lag es nicht. Wie bei allen Sprüngen im italienischen Predazzo waren zahlreiche slowenische Fans an den Schanzen. Selbst als es am Sonntag nur zu Bronze reichte, skandierten die Anhänger laut: «Nika, Nika.»
Auch wenn es im Einzel nicht wie gewünscht lief, auch die Goldmedaille im Mixed-Wettbewerb an der Seite ihres Bruders hat für Prevc einen besonderen Stellenwert. «Ich habe immer davon geträumt, eine Olympia-Medaille zu gewinnen. Aber ich hätte nie gedacht, dass das mit meinem Bruder gemeinsam klappt», sagte sie nach dem Sprung auf Rang eins und ihrem Olympia-Highlight.
