Laut Konzernchef Thomas Rabe wird Bertelsmann in diesem Jahr beim Umsatz die «Marke von 20 Milliarden Euro überschreiten». (Urheber/Quelle/Verbreiter: Lino Mirgeler/dpa)

Trotz eines angespannten TV-Werbemarktes bleibt der Bertelsmann-Konzern bei einer positiven Jahresprognose und schraubt sie sogar in Teilen nach oben. Finanzvorstand Rolf Hellermann sagte: «Wir rechnen für den Umsatz, auch aufgrund von Portfolioeffekten, nun mit einem deutlichen bis starken Anstieg. Unverändert erwartet wird ein operatives Ergebnis, das vor Investitionen in das Streaming-Geschäft der RTL Group auf Rekordniveau stabil ist.»

Im Frühjahr war noch der Ausblick eines moderaten Umsatzanstiegs gegeben worden. Das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen aus Gütersloh erzielte nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr ein operatives Rekordergebnis von rund 1,43 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es 1,42 Milliarden Euro. Beim Konzernumsatz gab es ein organisches Wachstum von 3,8 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte der Deutschen Presse-Agentur zum Umsatzausblick für dieses Jahr: «Wir werden die Marke von 20 Milliarden Euro überschreiten.» Das stärkere Wachstum als bislang erwartet führt er auf die Konzernbereiche Dienstleistung Arvato, Musik BMG und Bildungsbereich Education Group sowie Wechselkurseffekte zurück. Beim operativen Ergebnis geht Rabe von 3,3 bis 3,4 Milliarden Euro aus.

Der Gewinn lag im ersten Halbjahr bei annähernd 500 Millionen Euro. Im vergangenen Halbjahr 2021 hatte dieser 1,37 Milliarden Euro betragen – was allerdings eine Sondersituation durch spezielle Effekte wie Veräußerungsgewinne war. Wenn man die Portfolioeffekte des Vorjahres herausrechne, so sei der jetzige Gewinn in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und der Vor-Corona-Jahre, sagte Rabe.

«Sehr große Fortschritte» im Bildungsbereich

Der Bertelsmann-Chef äußerte sich auch zu Wachstumsmärkten. Beispiel Bildung: «Im Bildungsbereich haben wir sehr große Fortschritte gemacht.» So gab es eine Anteilsaufstockung an dem brasilianischen Bildungsunternehmen Afya auf 58 Prozent. Für die Entwicklung der Education Group prognostizierte Rabe einen Jahresumsatz von voraussichtlich 650 Millionen Euro und im nächsten Jahr mehr als 800 Millionen Euro. «Wir nähern uns dem Ziel von einer Milliarde Euro Umsatz im Education-Geschäft mit großen Schritten an.»

In der nächsten Woche wird es für Bertelsmann einen wichtigen Termin geben. Die zum Konzern zählende RTL Group plant einen Zusammenschluss in Frankreich von den TV-Unternehmen TF1 und M6. An M6 hält die RTL Group Anteile. Wettbewerbsprüfer haben allerdings Bedenken. Rabe wird am Montag bei einer Anhörung der Wettbewerbsbehörden sprechen. Er sagte vorab: «Wir glauben, dass wir sehr gute und starke Argumente für die Genehmigung des Zusammenschlusses haben.»

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