Blick auf die Zentrale des russischen Gasmonopolisten Gazprom in St. Petersburg: Der Konzern will das Geschäft mit China weiter vorantreiben. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Dmitri Lovetsky/AP/dpa)

Mit einem Rekordgewinn im Rücken will der russische Energiekonzern Gazprom seine Pipelineprojekte nach China ausbauen. «Die Arbeitsergebnisse für das erste Halbjahr sind sehr, sehr gut. Und natürlich lässt uns dieses finanzielle Resultat davon sprechen, dass wir mit sicheren Geldflüssen für die Realisierung unserer strategischen Investitionsprojekte ausgestattet sind», sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Mittwoch während einer Telefonkonferenz der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Nach Angaben Millers will Gazprom in Kürze damit beginnen, sein Pipelinenetz auf dem europäischen Territorium mit dem Osten des Landes zu verbinden. Darüber hinaus kündigte er an, die Projektierung der geplanten Pipeline Kraft Sibiriens 2 zu starten. Die Leitung soll Gas von den Lagerstätten in Ostsibirien nach China bringen. Auch ein Abzweig durch die Mongolei ist dabei geplant. «Wir wissen, dass der chinesische Markt der dynamischste weltweit ist, und Prognosen zufolge macht der Anstieg des Gasverbrauchs in China in den kommenden 20 Jahren 40 Prozent der weltweiten Steigerungsrate aus», sagte Miller.

Durch die Inbetriebnahme der Lagerstätte Kowykta ab 2023 sei Russland bereit, noch mehr Gas als bisher vereinbart nach China zu liefern.

Für das laufende Jahr erwartet Miller «einen deutlich höheren Gewinn» als 2021 trotz der sinkenden Absatzzahlen in Europa. Im ersten Halbjahr hat Gazprom wegen der hohen Rohstoffpreise bereits einen Rekordgewinn von umgerechnet knapp 42 Milliarden Euro erzielt.

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