Container auf einem Containerschiff im Hafen von Hamburg. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Marcus Brandt/dpa)

Der Preisauftrieb in Deutschland bleibt hoch. Im August stiegen die Großhandelspreise gegenüber dem Vorjahr um 12,3 Prozent, teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 1974, als die Großhandelspreise im Zuge der ersten Ölkrise noch etwas stärker gestiegen waren. Im Juli 2021 hatte der Anstieg 11,3 Prozent und im Juni 10,7 Prozent betragen.

Die Statistiker nennen zwei Gründe für den hohen Preisauftrieb auf Großhandelsebene. Zum einen steigen die Preise für viele Rohstoffe und Vorprodukte derzeit stark an. Dieser Effekt geht zurück auf zahlreiche Lieferschwierigkeiten im Welthandel, die überwiegend mit der Corona-Pandemie in Verbindung stehen. Zum anderen verweist das Bundesamt auf einen statistischen Basiseffekt durch das sehr niedrige Preisniveau vor einem Jahr. Dies war eine Folge des schweren konjunkturellen Corona-Einbruchs im Jahr 2020.

Der Großhandel ist eine von mehreren Ebenen in Deutschland, auf denen sich das allgemeine Preisniveau bildet. In Deutschland waren die Verbraucherpreise zuletzt so stark gestiegen wie seit knapp 28 Jahren nicht mehr. Entscheidend für die Entwicklung der Verbraucherpreise sind neben den Preisen für nach Deutschland eingeführte Güter auch diejenigen Preise, die Hersteller direkt für ihre Produkte erhalten.

Einen deutlichen Anstieg gab es hier zuletzt etwa in der Landwirtschaft. Die Erzeugerpreise bei Agrarprodukten waren im Juli 2021 um 9 Prozent höher als im Juli 2020, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber Juni 2021 gab es allerdings einen leichten Rückgang um 0,3 Prozent.

Wie in den vergangenen Monaten ist der hohe Preisanstieg für pflanzliche Erzeugnisse im Juli 2021 – um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – vor allem auf die höheren Preise für Getreide zurückzuführen. Aber auch Gemüse wurde deutlich teurer, bei Salat lag der Zuwachs sogar bei knapp 38 Prozent. Die Preise für tierische Erzeugnisse legten um rund 8 Prozent zu, für Milch um gut 14 Prozent. Die starken Anstiege bei den Erzeugerpreisen dürften auf Dauer auch zu höheren Preisen in Supermärkten führen. Was für die Verbraucher schlecht ist, lässt Bauern eher aufatmen. Sie hatten in der Vergangenheit immer wieder gegen aus ihrer Sicht zu niedrige Preise für ihre Produkte demonstriert.

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