Düsseldorf (dpa/tmn) –
Supermärkte mit Fleischbedientheke werben gerne damit, dass sie «frisches Hackfleisch» anbieten. Doch was bedeutet das? Haben die Mitarbeiter der Fleisch- und Wurstabteilung das Hack dann frisch vor Ort im Vorbereitungs- und Kühlraum hinter der Theke zubereitet?
«Das kann so sein, muss aber nicht», erklärt Sabine Klein, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale NRW. «Oft lassen Handelsunternehmen das Hackfleisch für ihre Bedientheken zentral in einem Fleischwerk produzieren und von dort in die Filialen liefern», so die Fachfrau.
Loser Tag sofort verbrauchen, abgepackter hält länger
Ob vor Ort hergestellt oder nicht – «entscheidend ist, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden», sagt Klein. Lose angebotenes Hackfleisch dürfe nur am Tag der Herstellung verkauft werden und sollte zu Hause auch noch am selben Tag verbraucht werden.
Im Gegensatz dazu sei abgepacktes Hackfleisch aus der Selbstbedienungstheke mehrere Tage haltbar. Dafür sorge die durchgängige Kühlung bei maximal +2 Grad und die keimhemmende Schutzatmosphäre, die aus Sauerstoff, Kohlendioxid und Stickstoff besteht. Allerdings gilt das Verbrauchsdatum nur, wenn auch im heimischen Kühlschrank maximal +2 Grad herrschen.
Hat Ihr Kühlschrank eine 2-Grad-Zone?
Aber ist es im heimischen Kühlschrank wirklich so kalt? Im unteren Fach, meist direkt über dem Gemüsefach, ist es am kältesten – also ideal für schnell verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch. Aber auch dort herrschen in privaten Kühlschränken oft eher 4 bis 8 Grad, sagen die Verbraucherschützer. Sie raten, das sicherheitshalber mal mittels Kühlschrankthermometer zu überprüfen.
Wird das Hackfleisch bei höheren Temperaturen gelagert, sollte es so bald wie möglich zubereitet werden – und zwar noch vor dem angegebenen Verbrauchsdatum.
