Der Fachkräftemangel in Deutschland könnte das Wachstum bremsen, so Wirtschaftsminister Robert Habeck. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Julian Stratenschulte/dpa)

Das Fehlen von Millionen Arbeits- und Fachkräften droht nach Ansicht der Bundesregierung zur zentralen Wachstumsbremse in Deutschland zu werden. Es bestehe wachsender Bedarf, «alle Menschen, die im Land arbeiten wollen, auch in die Arbeit zu bringen, in die Ausbildung zu bringen», sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck bei einem Fachkräftekongress der Regierung in Berlin.

«Das wird perspektivisch die entscheidende Frage sein, ob Deutschland wächst und der Wohlstand im Lande sich mehren kann beziehungsweise erhalten wird.» Hunderttausende von Stellen und Ausbildungsplätze seien bereits offen. «Man muss blind sein, wenn man nicht sieht, dass es in Zukunft eher mehr werden wird», sagte der Grünen-Politiker.

Arbeitsminister Heil: «Wir arbeiten gegen die Uhr»

Habecks Kabinettskollege Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) warnt: «Wenn wir uns jetzt nicht kümmern, wird das Problem Arbeits- und Fachkräftemangel zur zentralen Wachstumsbremse in Deutschland.» Stabile Energieversorgung, Beschleunigung von Planungen und die Sicherung der Arbeits- und Fachkräftebasis nannte Heil als die wichtigsten Schritte, damit die deutsche Wirtschaft trotz schwächelnder Weltwirtschaft stark bleibe. «Eigentlich sind wir trotz allen Geredes ein starkes Land, aber wir brauchen ein Update», sagte Heil. Bei der Frage der Fachkräftesicherung gelte: «Wir arbeiten gegen die Uhr.»

Habeck mahnte unter Verweis auf den jüngsten Jahreswirtschaftsbericht: «Das Potenzial im Wachstum geht herunter.» In den 80er Jahren habe das sogenannte Potenzialwachstum, also die Wachstumschancen bei optimalen Bedingungen, bei 2 Prozent gelegen. Habeck: «Jetzt gehen wir auf 0,5 – warum? Es fehlen uns die Hände und die Köpfe.»

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