Der Mindestlohn liegt aktuell bei 9,60 Euro pro Stunde. Nach den bisherigen Plänen wird er zum 1. Januar 2022 auf 9,82 und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Jens Wolf/dpa)

Von einem Mindestlohn von 12 Euro, wie ihn SPD und Grüne in ihren Wahlprogrammen fordern, könnten nach Berechnungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung Frauen überdurchschnittlich profitieren.

Ein höherer Mindestlohn würde nicht nur in Branchen mit traditionell vielen Niedriglohnbeschäftigten wie dem Gastgewerbe oder Einzelhandel zu einer besseren Bezahlung führen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI). Mehr Geld für ihre Arbeit könnten etwa auch Beschäftigte in Arztpraxen, Anwaltskanzleien und den Büroetagen deutscher Unternehmen erwarten.

Neben Frauen, die in Teilzeit arbeiteten oder einen befristeten Arbeitsvertrag hätten, zählten Beschäftigte in kleineren Betrieben ohne Tarifbindung ebenfalls zu den Hauptbegünstigten. Regional würde ein höherer Mindestlohn vor allem Beschäftigte im Osten und Norden der Republik erreichen. Für die Studie hatte WSI-Tarifexperte Malte Lübker Gehaltsangaben von annähernd 200.000 Beschäftigten aus dem Gehaltsportal Lohnspiegel.de ausgewertet.

Der Mindestlohn liegt aktuell bei 9,60 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2022 wird er auf 9,82 und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben. Diese vom Bundeskabinett beschlossenen Stufen hatte eine Mindestlohnkommission empfohlen. Dort sind vorrangig Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften vertreten. Union und FDP lehnen eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro ab. Wirtschaftsverbände hatten davor gewarnt, dass die Politik in die Arbeit der Mindestlohnkommission eingreift.

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